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Die Geschichte der Jerkbaits lässt sich bis in die Zeit der Indianer zurück verfolgen.
Sie waren einer der ersten Kunstköder, mit denen man Raubfischen auf professioneller Weise nachstellte. Jerkbaits waren nicht ( wie häufig angenommen) für den Fang von Schwarzbarschen ausgerichtet, sondern waren von Anfang an für Muskies und Hecht bestimmt. Es waren die Wisconsi Chippewa Indianer, die die ersten Jerkbaits herstellten.
Diese Köder wurden aus Holz und Tierhäuten gefertigt und hatte keine Haken. Sie wurden mit einem Seil an einem Speer geknotet und einfach durchs Wasser gezogen. Mit diesen Kunstködern versuchten die Indianer, große Muskies und Hechte dicht ans Kanu zu locken. Gelang dies, so wurden die Fische mit dem Speer aufgespießt. Später, als die ersten
Kolonialisten Angehakne in die neue Welt brachten, wurden die Jerkbaits zu richtigen Angelködern umgebaut. Einer der aller ersten Jerkbaits, die es mit Haken gab, war der "Pocahonta" diese Urform existiert heute noch. Sie ist Vorlage des schon seit mehr als 50 Jahren produzierten "SUICK Jerkbaits" mittleweile gibt es Jerkbaits in vielen Formen, Farben und größen. Es gibt lange, schlanke Modelle - aber auch kurze und dicke. Jedoch ein typisches Merkmal haben Sie alle gemeinsam: sie haben keine Tauchschaufel!
Die Aktion und den Lauf muss der Angler dem Jerkbait mit der Rutenspitze geben, von alleine arbeiten die Köder nicht. Und so werden Jerkbaits auch häufig mit reinen Oberflächen Wobblern verwechselt, da sie sich ziemlich ähnlich sehen. Jerkbaits und Oberflächenwobbler sind aber zwei verschiedene paar Schuhe. Die einen verrichten ihre Arbeit unter Wasser ( Jerkbaits ), während die anderen die Oberflächen Wobbler ihr Spiel auf dem Wasser entfalten - wie der Name schon sagt.
Jerkbait kommt von "Jerken" was soviel wie "heran ziehen" "rucken" oder "reißen" bedeutet. Das heißt aber nicht, das sie denn Köder lässig zu sich heran kurbeln und automatisch Meter- Hechte fangen können. Sie müssen lernen, den Jerkbait richtig zu führen und ein Gefühl dafür entwickeln. Was nicht ganz so einfach ist, denn jeder Jerkbait erfordert seine eigene Einholgeschwindigkeit und seinen eigenen Rhythmus. Sogar zwei Jerkbaits die auf dem ersten Blick völlig gleich aussehen, können von der Aktion im Wasser her ziemlich verschieden sein. Vor allem bei Jerkbaits die aus Holz hergestellt sind, sind die Unterschiede ziemlich groß. Genauer betrachtet gibt es 3 verschieden Typen:
Diver (tauchender Jerkbait) : Diese Diver müßen mit einem Ruck nach vorne gefischt werden wobei sie diagonal nach unten tauchen und danach wieder richtung Oberfläche steigen. Hierfür benötigen Sie eine ziemlich schwere Rute um die richtige Aktion reinzuschlagen.
Glider ( gleitender Jerkbait) Glider können mit einer relativ leichten Rute super durch die Wasserpflanzen gefischt werden. Durch kurzes anrucken der Rute bekommt man
eine zig-zag Bewegung.
Twitchbaits wie z.b. einige Illex Köder. Bei jedem Ruck den Sie mit der Rute auf den Köder ausüben, schießt der Twitchbait ein wenig in die Tiefe oder bricht zur Seite aus, je nach stärke des Ruckes.
Wie Jerkt man?
Ich bevorzuge die Diver die ich am liebsten mit längeren Schlägen mit der Rutenspitze führe. Dadurch bin ich imstande, meinen Köder etwas tiefer laufen zu lassen, was im offenen und tieferen Wasser eine sehr vielversprechende Methode auf große Hechte ist. Nach jedem Schlag mit der nach unten weisenden Rute, kurbele ich die lose Schnur sofort wieder ein, um den so wichtigen Kontakt zum Köder nicht zu verlieren. Ein erneuter Schlag mit der Rute, ein weiteres Einkurbeln usw. bis ein
Fischt beisst. Durch diese ungewöhnliche Führungsvariante bekommt der tauchende Jerkbait eine sägeförmige Aktion im Wasser. Er schiesst mit dem Kopf vorraus schräg nach unten - bleibt kurz stehen ( Einholpause) und schiesst mit dem nächstem Schlag wieder nach unten. Die meissten Bisse erfolgen in der kurzen Pause während des Schnureinholens. Dieses sägeförmige Schwimmverhalten wird vor allem von den eher passiven und mißtraurischen Hechten bevorzugt.
Tauchende Jerkbaits sind prima Hechtköder, die überall einsetzbar sind. Auch ein Anfänger wird mit diesen Ködern schon bald seine ersten Erfolge haben.
Anders sieht es bei den Glidern aus. Lebensecht wie ein attraktiver Beutefisch, schießt dieser
Kunstköder von links nach rechts und imitiert dabei einen flüchtenden kranken Fisch. Wenn wir von einem lebensechtem Köderfisch reden, so dürften wir da dem Glider ganz nahe kommen. Da der Glider quer von links nach rechts durchs Wasser läuft, bin ich imstande eine Bahn von über einem Meter abzudecken. Im Klartext: ein guter Glider hält sich länger im Wasser und bei den Hechten auf , als irgendein vergleichbarer Kunstköder
Aber das Angeln mit dem Glider erfordert wieder eine ganz andere Technik und ein gutes Taktgefühl. Wenn Sie zum ersten mal mit einem Glider Ihr Glück versuchen, so kann ich Ihnen nur empfehlen vorher im klaren flachen Wasser zu üben. Dabei kommt es nicht auf die Wurfweite Ihres Köders an, sondern auf die Lauffähigkeit durch Ihr zutun an der Rute! Werfen Sie den Köder raus und lassen diesen einfach ein paar Sekunden liegen. Geben sie ihm dann einen kräftigen Ruck mit er Rutenspitze nach unten und beobachten Sie sein Verhalten. Jerkbaits führt man immer mit der Rutenspitze nach unten - dabei zeigt die Rute stets zum Köder - das ist Fangendscheidend!! Schauen Sie genau hin, währen Ihr Jerkbait arbeitet. Der Jerkbait schießt schön zu einer Seite und gleitet dabei ganz laaangsam aus.
Jetzt müssen Sie die lose Schnur wieder einkubeln um den Kontakt zum Köder nicht zu verlieren, straffen Sie dabei die Schnur nicht bis zum Schluss, denn Sie brauchen ja noch etwas Spiel für den nächsten Schlag.
Haben Sie das ganze im Griff, so tanzt der
Glider von links nach rechts übers Wasser bis direkt vor Ihre Füsse. Wenn man das beobachtet, fragt man sich - woher der Glider eine derart schöne Aktion hat. In den fast allen Fällen ist in den Glidern meistens zwei Bleie eingearbeitet, die für die nötige Balance sorgen. Es ensteht quasi eine Achse, um die sich der
Jerkbait dreht. Wer sich mit der Aktion der Glider spielen möchte, der kann auch das Blei an einer anderen Stelle befestigen. So kann auf Wunsch nicht nur die Aktion, sondern auch die Lauftiefe verändert werden...
Verwenden Sie am Anfang auf jeden Fall eine Spinnstange zum Jerken. Mit hilfe von stärkeren Spinnstangen - etwa 0,8 - 1,0 mm, verändern Sie bewusst die Tauchtiefe - bzw. Lauftiefe.
Die Spinnstangen garantieren u.a. ein verhedderungsfreies Angeln. Denn würden Sie den Jerkbait an ein flexibles Stahlvorfach knoten, so würde sich der Köder (egal ob schwerer Wobbler oder Jerkbaitr) schon nach wenigen Metern im Vorfach verfangen. Das liegt daran, dass viele Jerkbaits manchmal um 180 grad ausschlagen und dabei ins Vorfach rutschen. Mit einer starren Spinnstange von min. 25cm Länge, werden Sie dieses Problem nicht mehr haben. Ausserdem sind Spinnstangen weitaus zuverlässiger als ein Stahlvorfach. Den Jerkbait montiere ich stets mit einem Sprengring direkt an die Stange, während das andere Ende ganz ohne Wirbel an die Hauptschnur geknotet wird - aber das ist Geschmackssache...Es kann aber auch ein dickeres Hardmono verwendet werden.
Um den Jerkbait ihre Aktion zu geben, sollte man eine kurze und harte Jerkrute wählen. Ich verwende die Jackson STL Jerk für mittel bis schwere Jerks oder die Crypton Bass füe leichtere Jerks - von Quantum. Für die richtig schweren Jerkbaits nehme ich die Power Jerk von Sportex. Zusammen mit einer anständigen Baitcastermulti wie die Tempo 401 von Quantum für die ganz leichten Jerks oder die Caiman CM/CT von TicA oder die Ambassadeur C3 von Au Garcia - hat man schon das richtige Equipment zum jerken.
Die Jerkrute sollte nicht zu lang gewählt sein, den bei einer langen Rute, währe die Rutenspitze bei jedem Ruck unter Wasser, wodurch der Köder nicht richtig arbeiten kann.
Auch absorbiert eine lange Rute sehr viel Schlagkraft, woraufhin nur wenig Druck beim Jerkbait ankommt. Außerdem ermüdet das Fischen mit einer längeren Rute sehr schnell. Deshalb müssen kurze, kräftige Ruten mit knallhartem Rückgrat her. Blanks von max. 2mtr. Länge sind völlig ausreichend.
Wichtig ist das einstellen der Axial - Bremse an der Multirolle. Durch zuviel Spiel erhält man sehr viel Perücken! Man sollte am Anfang die Axial-Bremse etwas mehr zudrehen und dann mittels einem Olivenblei einige Wurfübungen machen. Sie werden sehen, nach einiger Zeit können Sie die Axial Bremse etwas öffnen und mit dem Daumen den Köder sanft abbremsen. Bitte verwenden Sie nur gute Snaps und Wirbel beim Jerken, da ansonsten der Jerk aufgrund des hohen Eigengewichtes (Fliehkraft) schnell abreißen kann.
Bei eventuellen Fragen was Ausrüstung, Handhabung oder Tackle betrifft, stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung, einfach mailen oder anrufen...:)
Angler - Oase im Februar 2005
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